»Es ist sehr schön ein Pfadfinder zu sein«, berichtet Frederik. »Gestern war ich mit meinem Stamm ,Nelson Mandela‘ aus Halstenbek und den Stämmen ,Stern des Nordens‘ aus Rendsburg und ,Jeanne d‘Arc‘ aus Neumünster auf der Hochbrücke in Rendsburg. Wir mussten Sicherheitswesten und Helme tragen.«

Die Wölflinge aus Halstenbek, Rendsburg und Neumünster haben sich an einem Samstag im März getroffen, um unter dem Motto »Wölflinge wollen’s wissen« die Rendsburger Hochbrücke zu erkunden, die in Schleswig-Holstein den Nord-Ostsee-Kanal überbrückt. »Zuerst fuhren wir mit der Schwebefähre, die unter der Brücke hängt, über den Kanal. Danach sind wir eine riesighohe Wendeltreppe hinaufgestiegen, bis zu den Zuggleisen. Natürlich habe ich die Treppenstufen gezählt. Es waren 185 Stufen.

Wir durften direkt neben den Gleisen über die Brücke gehen. Alle sechs Minuten ist ein Zug an uns vorbeigefahren. Dann wurden wir von zwei Männern in gelben Sicherheitswesten, die uns begleitet haben, mit Signalhörnern gewarnt. Wir haben den Leuten, die im Zug waren, zugewunken und die Leute haben zurückgewunken.

Auch zwei große Containerschiffe fuhren unter uns hindurch Richtung Ostsee. Das eine hatte ganz viele Traktoren geladen. In einer Höhe von 45 Metern ist es ziemlich windig. Trotzdem fanden alle: ,Der Ausflug war klasse! Und wir Wös waren ein tolles Team.‘« Danach durften wir noch viele Fragen stellen, die uns alle beantwortet wurden, zum Beispiel zur Eisenbahnhochbrücke in Rendsburg: In Rendsburg ließ Kaiser Wilhelm I. 1911 durch den Ingenieur Friedrich Voss die Eisenbahnhochbrücke bauen, und Kaiser Wilhelm II. hat sie 1913 eröffnet. Sie war zu der Zeit Europas größtes Stahlbauwerk. Die Brücke hat damals 13 Millionen Goldmark gekostet.

Die gesamte Brücke hat eine Länge von 2486,25 m. Die Spannweite der Brücke über den Kanal beträgt 140 m. An ihrer höchsten Stelle ist sie 66,70 m hoch. Die Durchfahrtshöhe beträgt 42m. Die Brücke ist genau 9 m breit. Das Stahlgewicht beträgt 17700 Tonnen. Sie steht auf 51 Doppelpfeilern. Heute fahren 120 bis 140 Züge am Tag.

Unter der Brücke ist es sehr laut und man hört lautes Vogelgezwitscher. Auf dieser Brücke »lebt« ein unechter Turmfalke. »Er soll Vögel, vor allem Tauben, von der Brücke fernhalten«, so wurde uns erzählt. Dazu kommen die Rufe eines Falken von einem Tonband.

Über den Nord-Ostsee-Kanal erfuhren wir, dass er von 1887 bis 1895 unter Kaiser Wilhelm I. erbaut wurde und als Verbindung zwischen Nord- und Ostsee dient. Er ist 98,6 km lang und ungefähr 11 m tief. Er wurde bis auf 90 m erweitert, damit auch größere Schiffe wie zum Beispiel Kriegsschiffe durchfahren konnten. U-Boote müssen im Kanal aber auftauchen. Der Kanal hat an acht Stellen Brücken, wird mit zwei Tunneln untertunnelt und mit Fähren an zwölf Stellen überbrückt.

Die Schwebefähre, die erst nicht geplant war, ging 1913 in Betrieb. Sie ist als Ersatz für einen entfallenen Bahnhof vorgesehen und als direkte Verbindung nach Rendsburg. Diese Fähre ist kein Schiff, sondern hängt an langen Seilen oben an der Brücke, so dass sie über den Kanal schwebt. Sie hat ein Eigengewicht von 86,2 Tonnen und kann 61,6 Tonnen tragen. Damit die Bürger nicht gegen den Bau des Kanals waren, ist die Benutzung der Fähre kostenlos. Sie hat eine Fahrgeschwindigkeit von rund 5 km pro Stunde und verkehrt regelmäßig über dem Nord-Ostsee-Kanal. Nach einer Fahrt von ungefähr 5 Minuten erreicht man das andere Ufer.

Nach über einer Stunde hatten wir vieles über die Brücke erfahren. Zum Abschluss fand unter der Hochbrücke noch eine Versprechensfeier statt. Danach ging es zum Gemeindehaus der katholischen Kirche, damit wir gut gestärkt wieder nach Hause fahren konnten. Ich möchte mich bei allen, ganz besonders bei Ulrike aus Rendsburg und Herrn Becker (leitender Ingenieur der Hochbrücke) für diesen wunderschönen Ausflug bedanken!

Frederik Schleper (8 Jahre), Stamm Nelson Mandela, Halstenbek