Während 20 Pfadis und Leiter bequem mit Bus und Bahn quer durch Schleswig-Holstein fuhren, transportierte Alex mit 2 Pfadis unser Gepäck und unsere Ausrüstung nach Sarau.
Nach dem Aufbau unseres Lagers (die Pfadis um Alex nutzten eine Birke als Zeltstange für ihre Jurte) und Einrichten unserer Küche im Gemeindehaus der evangelischen Kirchengemeinde in Sarau verbrachten wir den ersten gemütlichen Abend am Lagerfeuer. Am zweiten Tag stand nach einem kräftigen Mittagessen eine Lagerolympiade auf dem Plan. Dabei mussten nicht nur pfadfinderische Aufgaben gelöst werden, auch der Spaß sollte nicht zu kurz kommen. So gab es neben Teebeutel-Weitwurf, Haselnuss-Weitspucken oder Wassertransport mit einem Küchensieb (nur die ganz Cleveren kamen durch) Fragen über die Pfadfinderei oder den Bau einer Trage (wichtig war, dass die Trage auch ihre Funktion erfüllte, ein Pfadi musste gut 50 Meter darauf getragen werden).

Besonders viel Freude machte das Zwei-Mann-Sackhüpfen (zwei Beine wurden zusammen gebunden, der Sack wurde einfach weggelassen und los ging das Hüpfen). Bei dieser "Olympiade" stand das Miteinander im Vordergrund, der Kleine brauchte den Großen und umgekehrt, so waren die Gruppen auch gemischt. Die Siegergruppe durfte sich ein Mittagessen mit Nachtisch wünschen (kein McDonalds) und so sah dann der Speisewunsch aus: Eierravioli von Maggi und Mousse au Chocolate für 24 Personen. Da die Siegergruppe aus 6 Pfadis bestand, konnte jeder eine Dose Ravioli und 4 Portionen Nachtisch verzehren! Am nächsten Tag absolvierten wir wieder unseren beliebten "Spaziergang" durch die nähere Umgebung. Zusätzlich hatten die Gruppen die Aufgabe, einen Teil ihrer Ausrüstung/Marschverpflegung gegen einen anderen Gegenstand bei Anwohnern oder Spaziergängern einzutauschen.
So schaffte es eine Gruppe, für einen Apfel ein Stück mit einem PKW mitgenommen zu werden (war reichlich eng, 7 Pfadis und der Fahrer). Die zweite Gruppe tauschte eine seltene Rose gegen einen Apfel ein und die dritte Gruppe schaffte es nach vielen vergeblichen Anläufen, erst einen Heuballen einzutauschen und dann den Heuballen (war zu schwer und zu unhandlich) gegen einen alten Regenschirm.

Bei ihrem Marsch nach Svienskuhlen musste diese Gruppe einen kleinen Umweg machen, da der direkte Weg über eine Viehkoppel durch einen riesigen Bullen versperrt war, der schon ein wenig aufgeregt war. Da diese Gruppe auch uneins über den richtigen Weg war, konnte sie die herrliche Landschaft auch am längsten genießen.

Am vorletzten Tag in Sarau stand nichts weiter auf dem Programm, auch Spielen muss mal sein.
Einige Wö's und Jufis besuchten die Katzburg. Diese war im Mittelalter eine ehemalige Fluchtburg für die Dörfer der Gegend. Leider sieht man außer den Wallanlagen nichts mehr von dieser Burg. Da ich den Rundweg falsch interpretiert hatte, wurde aus dem kleinen Spaziergang ein Marsch von gut 14 Kilometern. Trotz dieser Strapaze standen am Abend noch 3 Wölflingsversprechen auf dem Plan. Nouri, Dominik Bak und Dominik Schulte gaben im Schein von Fackeln unter unserem Banner ihr Versprechen als Wölfling ab und erhielten endlich ihr ersehntes orangefarbenes Pfadfindertuch!

Nach einer Runde Palermo am Lagerfeuer war für die meisten der Tag dann zu Ende. Einige Pfadi's wollten die Nacht zum Tag machen und verbrachten die nächsten Stunden am Lagerfeuer. Nach etlichen Würstchen, noch einmal gerösteten Erdnüssen und viel Zitronentee krochen auch die letzten dann doch irgendwann in die Schlafsäcke. Nach einem kräftigen Frühstück wurde am Mittwoch das Lager gemeinsam abgebaut und wir traten die Heimreise an. Vielen Dank noch einmal an Karsten Lemke und an die christlichen Pfadfinder in Sarau, die uns nicht nur den Lagerplatz und das Gemeindehaus, sondern auch viel Holz für unser Lagerfeuer zur Verfügung stellten!

Für die Halstenbeker Pfadfinder: Fritz Peters